Classic Photo Art


 Eine Ode an das goldene Zeitalter der klassischen Photographie

Die China-Kollektion ist ein Werk klassischer Photo-Kunst, erarbeitet
durch Belichtung von traditionellem Filmmaterial. Das einfallende Licht verwandelt dabei in einem chemisch-physikalischen Prozess die Kristalle und Farbkuppler im Gelatine-Film der in der Kamera eingelegt ist. Das Bild graviert sich in das dreidimensionale Filmmaterial ein, krallt sich darin fest, ist also in physischer Form reell vorhanden und nicht nur ein binärer Zahlencode. Die Bildinformation ist zunächst nur latent auf dem Film gespeichert, nach der Entwicklung mittels chemischer Reaktionen wird das Speichermedium Film durch diese Metamorphose in das Originalphoto verwandelt.

Die klassische Photographie beansprucht Raum und Zeit, Konzentration und Kontemplation. Die dafür erforderliche Ermächtigung, sich selber die Geduld und die Genügsamkeit zu zuerkennen sowie die Beschränkung auf 36 wohl überlegte und durchdachte Bilder pro Filmrolle sind zwei ihrer zentralen Merkmale.
Dabei kommt das photochemische Verfahren bei den Grossformatprints der China-Collektion besonders gut zur Geltung. Wie bei einem Ölgemälde wird die Struktur des Bildes bei näherer Betrachtung erkennbar. Die sichtbar werdenden Farbkristalle sind dabei das Äquivalent zum Pinselstrich bei der Malerei.

Die insgesamt 144 grossformatigen Photographien erzählen auch, mit welch
wachsamer Beobachtungsgabe, mit welch grossem Respekt und Sachverstand gearbeitet wurde, um das Leben in China zu jener Zeit zu
 dokumentieren. 


 

Freilichtaufführung einer chinesischen Oper anlässlich eines grossen Volksfestes im schwarzer Drachenteich-Park in Lijiang. Der Ort liegt auf 2‘600 M.ü.M. an den Südhängen des Himalayas in der Provinz Yunnan: September 1990.
Das Original-Diapositiv kann zum Beispiel mit einem Nikon Coolscan 9000 in ein digitales Format, mit einer Auflösung von 3‘780 x 5‘670 Pixel umgerechnet werden.

 

 

Ein uigurisches Mädchen zu Fuss unterwegs an den Sonntagsmarkt in Kashgar. Die Stadt liegt am Rande des Tarimbeckens in der Taklamakan-Wüste an der alten Seidenstrasse in der Provinz Xinjiang. Gegen 100’000 Besucher, mehrheitlich Männer, bevölkerten damals jeweils den Marktplatz. Viele kamen regelmässig aus dem Hunzatal in Pakistan über die Karakorum Passstrasse im Pamirgebirge hinüber, um hier Handel zu treiben: Oktober 1993.
Die Aufnahme wurde mit einer Olympus OM-4 Ti und einem 200mm Teleobjektiv gemacht.

 

 

Insassen eines Arbeitslager bei der Arbeit in einem Marmorsteinbruch in der Tigersprung Schlucht in der Provinz Yunnan. Mit einem Höhenunterschied von 3‘900 Meter gilt die Schlucht als eine der tiefsten der Welt: September 1990.
Belichtet wurde diese Aufnahme auf Fujichrome 400. Ein Diapositiv-Film mit einer Lichtempfindlichkeit von 400 ASA.

 

 

Ein Melonenhändler und seine Tochter warten erwartungsvoll auf das Ergebnis der Qualitätsprüfung durch den alten Uiguren rechts im Bild: Oktober 1993.
Diese Aufnahme entstand ebenfalls am Sonntagsmarkt in der Oasenstadt Kashgar mit einer Olympus OM-4 Ti und einem 200mm Teleobjektiv.

 

 

Uigurisches Mädchen mit goldgelbem Seidenkleid bei der Arbeit in einer der vielen Handwerkergassen in der Altstadt von Kashgar: Oktober 1993.
Der Fujichrome mit einer Lichtempfindlichkeit von 400 ASA war damals ein eher höher empfindlicher Film mit dennoch geringer Körnung und neutraler Farbwiedergabe. Im Grünbereich zeichnete er zwar etwas kräftiger ohne jedoch die anderen Farbbereiche zu beeinflussen, was mehrheitlich positiv mit in Kauf genommen werden konnte. Im Gegensatz zu Kodak werden von Fujifilm Dank Erfolg und grosser Nachfrage heute weiterhin Fujicrome-Filme hergestellt, weiterentwickelt und vertrieben.